Technisch detaillierte Beschreibung des Sandstrahlvorgangs

1. Verfahrensprinzip

Der Sandstrahlvorgang gehört zur Gruppe der Strahlverfahren und dient der mechanischen Bearbeitung von Oberflächen durch die Wirkung eines beschleunigten Strahlmittels.

Das Strahlmittel (Granulat, Körner oder Partikel) wird mit Hilfe eines Trägermediums – meist Druckluft, seltener Wasser oder mechanische Wurfkörper (Turbinenstrahlen) – auf eine Werkstückoberfläche beschleunigt.

Beim Auftreffen der Partikel auf das Werkstück wird durch deren kinetische Energie Material von der Oberfläche abgetragen, verdichtet oder gereinigt.

Je höher die Partikelgeschwindigkeit oder Partikelmasse, desto stärker die Bearbeitungswirkung.

2. Strahlmittelarten und Einsatzgebiete

StrahlmittelMaterialAnwendung / Wirkung
GranatsandSiO₂Rost – Frben bei metalischen Oberflechen,Fassaden,Holz,
KorundAl₂O₃stark abrasiv, für Metalle und Hartstoffe
GlasperlenSiO₂sanft, für Edelstahl und optische Oberflächen
StahlkugelnC-StahlVerdichtung, Oberflächenverfestigung (Shot-Peening)
KunststoffgranulatPVC, AcrylEntlacken ohne Materialabtrag
Nussschalengranulatorganischschonende Reinigung, Denkmalpflege

3. Vorteile des Sandstrahlens

  • Gleichmäßige, reproduzierbare Oberflächenqualität
  • Entfernen von Beschichtungen ohne chemische Hilfsmittel
  • Vorbereitung idealer Haftflächen für Lacke oder Beschichtungen
  • Universell einsetzbar auf Metallen, Stein, Beton, Glas und Kunststoffen

4. Oberflächenreinigung

Sandstrahlen wird eingesetzt, um:

  • Schmutz, Staub und Ablagerungen von Beton, Stein und Metall zu entfernen
  • Graffiti von Fassaden abzutragen
  • Rost, alte Anstriche oder Lacke von Stahlkonstruktionen zu beseitigen

Typische Einsatzorte:
Fassaden, Brückenträger, Stahlstützen, Betonwände, historische Steinbauten

5. Denkmalpflege und Restaurierung

Feinere Strahlverfahren (z. B. Niederdruckstrahlen):

  • Reinigung historischer Naturstein- oder Ziegeloberflächen
  • Sanftes Entfernen von Ruß, Algen, Moos oder alten Malschichten
  • Bewahren der Materialstruktur ohne Abtrag großer Materialmengen